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Festgesetz Aber Nicht Inaktiv

Festgesetz aber nicht inaktiv

Seit dem 4. Mai 2020 ist Belgien nach sieben Wochen Lockdown mit einer langsamen Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen begonnen. Im Internet haben wir alle möglichen Initiativen gesehen, aber wie ist es den VIANOVA-Mitarbeitern ergangen? Die Berichte variieren je nach Alter und Familienverhältnisse. Zusammen sind sie ein Abbild dessen, was die COVID-19-Krise bei uns hervorgerufen hat.

Annette

Da wir zu Hause blieben sollen, requirieren wir zwei Zimmer zum Arbeiten: Ein Büro für Peter und ein Nähzimmer für mich. Ich nähe Mundmasken in großen Mengen, zuerst für ein Unternehmen des häuslichen Pflegedienstes, dann für unsere Verwandten und Kollegen. Ich bin als Krankenschwester-Reservistin registriert und werde Anfang Mai aufgefordert, als freiwillige Betreuerin in einem Pflegeheim in der Nähe unseres Hauses zu arbeiten. Ich habe gute Kontakte zu meinen neuen Kollegen und den Bewohnern bekommen und ich bete jeden Tag dafür, dass sie Gottes Wirken durch mein Handeln sehen können.

Henk

Jeder bleibt zu Hause, aber das Leben der Gemeinde geht per Telefon, E-Mail oder Videokonferenz weiter. Ich hatte die Gelegenheit, an eimen speziellen Retreat-Wochenende teilzunehlmen. Eine der Aufgaben war zwischen 3.00 Uhr und 4.00 Uhr nachts aufzustehen, um für fie Menschen in meiner Straße zu beten. Eine Erfahrung, die ich nicht vergessen werde! Darüber hinaus bringt uns die Corona-Krise unseren Nachbarn näher: Ein paar freundliche Worte austauschen, Menschen zuhören, einen kleinen Blumenstrauß überreichen. Reden und besser verstehen, was sich hinter einem traurigen Blick verbirgt. Darum fragen wir Gott, uns zu benutzen, um seinen Segen im Leben der Menschen um uns herum, zu bringen.

Renate

Es war in den letzten Wochen nicht leicht, mit anderen Christen in Kontakt zu bleiben. Ich habe jeden Tag jemanden angerufen, und das wurde sehr geschätzt. Ich stellte fest, dass die Gespräche jetzt viel länger waren als die meisten Gespräche, die ich in normalen Zeiten nach dem Gottesdienst habe. Ich habe dies als sehr wertvoll erlebt.

Geneviève

Ich dachte, ich hätte Zeit zum Ausruhen, aber es war genau das Gegenteil! Ich kaufe für meine Mutter und zwei Kundinnen des „Cafés Expressé“ ein. Ich nähe Mundmasken und Schutzkittel für ein Pflegeheim. Plötzlich sind meine personalisierten Masken ein Riesenerfolg, so sehr, dass ehemalige Bekannte mich über die sozialen Netzwerke finden. Wenn sie von „Café Expressé“ hören, versprechen sie, uns zu besuchen, sobald wir die Türen wieder öffnen dürfen. Ich beteilige mich auch an einer Facebook-Gruppe für Bible Journaling. Diese kreativen Momente tun mir gut und die kleinen Illustrationen, die ich auf meiner FB-Seite poste, scheinen viele Menschen zu ermutigen.

Hilde

Ich bin gerade erst auf die andere Seite des Landes gezogen und habe angefangen herauszufinden, wie ich mich in meinen neuen soziokulturellen Kontext integrieren kann und das Corona Virus stoppt mich in vollem Gange. Während des Lockdowns nutze ich meine täglichen Spaziergänge und Radtouren, um für meine neue Stadt zu beten. Ich biete meinen Nachbarn meine Hilfe an und melde mich auf einer Freiwilligenseite an. So komme ich dazu, wieder Lehrerin zu sein, wenn ich via Skype die Schulbetreuung der 5 Kinder einer syrischen Familie übernehme. Nach und nach nehmen sie einen immer wichtigeren Platz im meinem Herzen ein. Gott arbeitet immer auf seine eigene Weise.

Jochem & Febe

Beim Lockdown ist der Bücherladen geschlossen. Wir genießen den Sonnenschein, haben gute Familienmomente und beschäftigen uns mit Aufgaben, die unmöglich zu machen sind, wenn das Geschäft geöffnet ist. Wir machen eine große Putzaktion (Bücherladen, Garage und Dachboden) und organisieren das Sortiment. Jochem kümmert sich um den Papierkram, versendet die Bestellungen und steht in ständigen Kontakt mit seinen Kollegen.

Jona & Sara

Um unser Angegament für unsere Nachbarn fortzusetzen, hinterlassen wir am Anfang des Lockdowns in jedem Briefkasten eine kleine Karte mit unseren Kontaktdaten und bieten in der Facebook-Gruppe unseres Viertels unsere Hilfe an. Dadurch haben wir die Möglichkeit, einigen Nachbarn in Not zu helfen. I Jeden Tag um 20 Uhr gehen wir vor unsere Haustüre, um dem Pflegepersonal zu applaudieren, das gibt uns die Gelegenheit mit den Nachbarn zu reden. Zu Hause bleiben erlaubt es uns auch, mehr Zeit mit unseren Kindern zu verbringen, ihre Schulbildung zu folgen, uns als Familie besser zu finden und gemeinsam auf dem Weg mit Christus zu reisen.

Teo & Elly

Komische Geschichte! In der Woche vor dem Lockdown sind wir umgezogen, dadurch wohnen wir jetzt viel dichter bei den Gemeindemitgliedern und nur 500 Meter entfernt vom Gemeindegebäude. Jemand ruft an mit dem Vorschlag, die Predigt auf Video aufzunehmen, die Leiter des Kindergottesdienstes organisieren etwas für die Kinder, und so entsteht eine Reihe von ermutigenden Videos, die allen gefallen haben. Es verbindet uns. Außerdem besuchen wir Menschen mit dem Fahrrad. Wir halten natürlich sozialen Abstand: Wir vor dem Zaun, die anderen auf der Türschwelle oder im Garten. Wir sind gemeinsam unterwegs, verbunden durch das Wort Gottes, beten, tragen gegenseitig unsere Lasten und tun, was Jesus getan hat.

Sylvain & Déborah

Während des Lockdowns nehmen wir an den Video-Gottesdiensten und -Gebetstreffen unserer Gemeinde teil. Wir können uns gegenseitig in unserem geistlichen Wachstum unterstützen und einander dienen, z.B. indem wir älteren Menschen helfen, sich mit dem Internet zu verbinden. Als Paar kommen wir auf unserer persönlichen Reise voran: Wir lesen Bücher, hören Vorträge von Konferenzen an, lernen Verse auswendig, beten für die Welt, unsere Nachbarn, unsere Freunde. Wir bieten unsere Dienste im Dorf an, und Déborah beginnt mit dem Nähen von Mundmasken, zunächst für Verwandte und dann in größerem Umfang, weil sie sich auf Grund eines Aufrufes der Stadt als freiwillige Näherin beteiligt.

Anne

Der Lockdown war die perfekte Gelegenheit, mich hinzusetzen und auszuruhen, mich um das Haus zu kümmern und mehr Zeit mit Gott zu verbringen. Ich nehme die Nähmaschine heraus, um Mundmasken für die Verwandten und die Stadt Gembloux herzustellen. Mit der Hilfe von Déborah und Crac (unserer Vogelpuppe) treffen wir uns jeden Mittwochnachmittag mit den Kindern der Kirche zu 30 Minuten Videogespräch, Bibelgeschichten und Liedern. Zusätzlich zu den regelmäßigen Kindern des Kindergottesdienstes schließen sich zwei Mädchen aus unserem Kinderclub an. Was für eine Ermutigung, mit diesen Kindern weiterreisen zu können, wenn alle zu Hause bleiben müssen!

William & Lyssa

Unsere Gemeinde trifft sich zweimal pro Woche in Streaming und wir übersetzen die Predigten ins Niederländische, die dann im Internet für alle zugänglich sing. Wir sind neu in Wallonien (bis jetzt waren wir in Flandern aktiv) und auf diese Weise können wir unser Kontaktnetz mit französischsprachigen Pastoren erweitern. Lyssa beteiligt sich an der Verteilung von Mundmasken in unserer Stadt, was ihr ermöglicht, mit den Projektorganisatoren, zwei Hausmeistern und mehreren Nachbarn zu sprechen.

Luc

Unsere Gemeinde trifft sich im Internet zweimal pro Woche zu partizipatorischen Treffen, und wir erstellen eine WhatsApp-Gruppe, um den Austausch von Gebet und Ermutigung zu fördern. Einige 3D-Gruppen werden auf den soziale Netzwerken weitergeführt. Unser Engagement für die Transmigranten geht weiter, und wir tragen zum Teil zum Kauf von Basisgüter bei. Jeden Abend um 20 Uhr applaudieren die vier Familien unserer Straße dem Personal des Pflegeheims auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Manchmal dürfen ein paar ältere Menschen vor die Tür gehen, und sie danken uns für unsere Ermutigung.

Sarah

Plötzlich bin ich ständig in der Gegenwart unserer vier Kinder und muss mich um ihre schulische Ausbildung kümmern. Gleichzeitig hören alle meine anderen Dienste auf, und ich habe das Gefühl, weniger wichtig zu sein. Die Fragen drängen sich in meinem Kopf: Was wird mir das Gefühl geben, etwas „erreicht“ zu haben? Gott wählt diese Zeit, um mich an zwei Wahrheiten zu erinnern. Einerseits ist es seine Entscheidung, wenn er mich als seine geliebte Tochter sieht. Er schaut nicht auf meine Handlungen. Auf der anderen Seite ruft er mich auf, ihm zu gehorchen. Auch wenn dieser Gehorsam mich daran hindert, meinen Wert zu „berechnen“, auch wenn es niemand bemerkt. Wenn ich heute vor meinen Kindern die Frucht des Geistes übe, ist das nicht ihm die Ehre geben?

Interview durch:
Eunice Parodi
VIANOVA Öffentlichkeitsarbeit

Interaktiv Lesen:
Können Sie beim Lesen dieser Zeugnisse erkennen, welche vier Werte von VIANOVA die einzelnen Personen widerspiegeln?