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Zurück ins normale Leben

Wann werden wir ins normale Leben zurückkehren? Das ist die Millionen-Euro-Frage dieser schrittweisen Lockerung der Sicherheitsmaßnahmen. Einige argumentieren sogar, dass es nie wieder ein normales Leben wie früher geben wird. Jedenfalls kann man behaupten, dass es einen vor und nach Corona-Lockdown geben wird.

Diese Pandemie verursacht so viel Stress, Leid und Tod. Noch nie zuvor hat ein Virus die gesamte Bevölkerung so stark beeinflusst, jedenfalls nicht, soweit wir uns erinnern können. Selbst die Sicherheitsmaßnahmen tragen dazu bei, dass wir uns alle besorgter fühlen. Wir sind in eine andere Welt transportiert worden: Weniger Lärm, Stau, Hektik, Verschmutzung und weniger Verlangen nach Konsum. Man kann nicht mehr aus Essen gehen. Es scheint, dass die Zeit stehengeblieben ist und unser Bewegungsfreiraum ist stark eingeengt. Der Tagesablauf ist anders geworden, die Termine für die kommenden Wochen können nicht geplant werden. Einsamkeit… besonders für alleinstehende Menschen, aber auch eine Last für Menschen und ihre Angehörighen in Altersheim oder anderen Einrichtungen, die nicht besucht werden dürfen. Unruhe… für die, die ihre Zeit zwischen überreizten Kindern, Hausarbeit und Homeoffice aufteilen müssen.

Plötzlich hat das normale Leben wegen eines mikroskopisch kleinen Virus aufgehört.

Seine Gedanken auf volle Touren drehen lassen… oder Stille und Besinnung?

Die Bibel erzählt uns die Geschichte eines Mannes der viel stärker als wir in einen Lockdown gesetzt wurde. Er lebte nach seinen eigenen Wünschen, alles musste sich um ihn und seinen Recht, für sich selbst zu sorgen, drehen. Er wollte für sich selbst leben, nicht für andere und vor allem nicht für diejenigen, die es nicht verdient hatten. Plötzlich stellte Gott seine Welt auf den Kopf, und er war in einem sehr kleinen Raum, im Bauch eines „großen Fisches“ eingesperrt. Der Tagesablauf wurde total anders, die Termine für die kommenden Wochen konnten nicht geplant werden… Wie sollte er reagieren? Murren, weil die Regierung (oder Gott) es hätte vorhersehen können? Seinen Verstand (denn er konnte seine Beine nicht bewegen) herumrennen lassen und hypothetische Pläne für eine Rückkehr ins normale Leben machen? Seine Gedanken auf volle Touren drehen lassen… oder Stille und Besinnung? Und dann zum Wesentlichen zurückkehren, Zeit mit Gott nehmen, um Bilanz zu ziehen und sich selbst zu demütigen und die richtigen Prioritäten zu setzen. „Ich dachte an dich. Meine Gebet kam zu dir… Ich aber will dir opfern und dich mit lauter Stimme loben. Was ich gelobte, will ich erfüllen.“ (1)

Oder ein anderer Mann, der mit Schweinen eingesperrt war, nachdem er sein Leben durch seine egoistische Leidenschaften geleitet hatte. Auch für ihn die gleiche Wahl: an seinem Recht festzuhalten, für sich selbst zu sorgen, oder die göttliche Gelegenheit zu ergreifen, um demütig Bilanz zu ziehen, sich zu bekehren und seine Prioritäten zu überdenken? „Er kam aber zu sich selbst und sprach… ich habe gesündigt… ich will mich aufmachen…“ (2)

Was werden wir mit dem Lockdown machen? Werden wir ihn als eine göttliche Chance begrüßen oder ablehnen? Werden wir uns gegen die Behörden und ihre unlogischen Regeln auflehnen, die unsere Rechte auffüllen? Werden wir zu den ersten Geschäften eilen, die öffnen? Oder werden wir, die Gelegenheit nutzen, demütig Bilanz zu ziehen, um unsere Prioritäten zu überprüfen? Werden wir uns eine andere Art von normalen Leben vorstellen können, im Geiste von diesen großartigen Impulsen der Solidarität, die sich für andere entwickelt haben, auch für jene, die es nicht verdienen? Werden wir wieder lernen, jede persönliche Beziehung zu schätzen und uns um sie zu kümmern, indem wir ihr mehr Zeit und Liebe widmen?

Gott will zu uns sprechen und unser Leben auf ihn neu ausrichten.

Finde ich zu einer neuen Normalität, in der ich Gott Raum gebe, um seine Stimme zu hören? Werde ich demütig meine Prioritäten überprüfen, für Ihn und für andere? Werden unsere Gemeinden ihre Programme und Aktivitäten wieder aufnehmen wie zuvor oder werden wir zusammen eine neue Normalität suchen? Gott will zu uns sprechen und unser Leben auf ihn neu ausrichten, dabei uns eine neue Sicht für die Familie Gottes, sowie für andere und vor allem für die Schwächsten schenken. Lassen wir uns daran erinnern, dass Er für uns gestorben ist, um uns von der Sklaverei unserer Leidenschaften und unseres Egoismus zu befreien. Mit ihm können wir aus dem Grab herausgehen und eine neue Normalität leben, für Ihn und für andere.

Sind Sie also bereit für eine Rückkehr ins normale Leben?

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(1) Jon 2,7-9
(2) Lk 15,15ff.

Durch:
Eric Zander

Direktor für die Strategie